Verschiedene Einmachgläser im Vergleich.

Die besten Einmachgläser im Vergleich: So gelingt das Haltbarmachen garantiert!

Ob Omas klassische Marillenmarmelade, feuriges Chutney, knackige Essiggurken oder eingelegtes Gemüse aus dem eigenen Garten: Das Einkochen und Einmachen hat in Österreich wieder Hochkonjunktur.

Wer die Fülle des Sommers und Herbstes für die kalten Monate konservieren möchte, steht aber schnell vor der Frage: Welches Einmachglas ist eigentlich das richtige für mein Vorhaben?

Zwischen traditionellen Weckgläsern, praktischen Schraubgläsern und modernen Bügelgläsern gibt es nämlich deutliche Unterschiede bei Dichtigkeit, Hitzebeständigkeit und Handhabung. Wir haben die beliebtesten Glastypen für euch verglichen!


Welche Einmachgläser eignen sich am besten?

WECK-Gläser eignen sich besonders gut zum klassischen Einkochen, da sie mit Glasdeckel, Gummiring und Klammern einen sicheren Vakuumverschluss bilden. Schraubgläser sind ideal für Marmeladen und Saucen, während Bügelgläser häufig zum Einlegen und Fermentieren verwendet werden.


1. Der Klassiker: Das Weckglas (Rillenglas)

Wenn man an traditionelles Einkochen denkt, hat man sofort das klassische Weckglas vor Augen. Es besteht aus dem Glaskörper, einem separaten Glasdeckel, einem Gummiring und zwei Metallklammern.

  • Funktionsweise: Beim Einkochen im Wasserbad dehnt sich die Luft im Glas aus und entweicht. Beim Abkühlen entsteht ein Unterdruck, der den Deckel samt Gummiring bombenfest anzieht. Wenn das Glas abgekühlt ist, werden die Klammern abgenommen.
  • Vorteile:
    • Absolute Sicherheit: Hält der Deckel ohne Klammer, ist das Glas garantiert vakuumversiegelt.
    • Extrem langlebig und hygienisch (kein Plastik, kein Rost).
    • Ersatzteile (Gummiringe) lassen sich problemlos nachkaufen.
  • Nachteile: Benötigt etwas Übung beim Bestücken mit Klammern und Ring.
  • Ideal für: Einkochen von Obst, Gemüseragouts, Kompotte, Wurst- und Fleischwaren sowie Chutneys über längere Zeit.

2. Der Allrounder: Das Twist-Off- bzw. Schraubglas

Jeder kennt sie aus dem Supermarkt: Schraubgläser mit einem Deckel aus Metall, der sich mit einer viertel bis halben Drehung festschrauben lässt.

  • Funktionsweise: Die Beschichtung im Deckel wirkt als Dichtung. Beim Heißeinfüllen (z.B. von kochender Marmelade) bildet sich beim Abkühlen ein Unterdruck. Viele Deckel haben in der Mitte einen Button („Klick-Deckel“), der sich nach innen zieht.
  • Vorteile:
    • Sehr einfache und schnelle Handhabung.
    • Fast überall günstig erhältlich oder durch Upcycling von gekauften Gläsern wiederverwendbar.
    • Perfekt zum schnellen Heißeinfüllen.
  • Nachteile: Die Beschichtung der Deckel nutzt sich ab und kann nach mehrmaligem Gebrauch spröde werden oder Gerüche annehmen. Deckel müssen regelmäßig ersetzt werden.
  • Ideal für: Marmeladen, Gelees, Sirup, Gezuckertes und Heißeingefülltes.

3. Der Hingucker: Das Bügelglas (Patentglas)

Bügelgläser sind der Blickfang in jedem Vorratsregal. Sie zeichnen sich durch einen fest montierten Drahtbügelverschluss und einen Dichtungsring aus Gummi oder Silikon aus.

  • Funktionsweise: Der Bügel drückt den Glasdeckel fest auf die Dichtung. Sie eignen sich sowohl zum Einkochen als auch zum reinen Aufbewahren.
  • Vorteile:
    • Wunderschöne, rustikale Optik – ideal zum Verschenken!
    • Der Deckel kann nicht verloren gehen.
    • Sehr leicht zu öffnen und wieder zu verschließen.
  • Nachteile: Der Drahtbügel kann bei häufigem Spülen im Geschirrspüler an Glanz verlieren oder anfangen zu rosten. Der Gummiring muss regelmäßig getauscht werden.
  • Ideal für: In Essig oder Öl Eingelegtes, Fermentiertes (wie Sauerkraut oder Kimchi), Liköre, Kräuteröle und Trockenvorräte.

Die Übersicht: Welches Glas passt zu deinem Projekt?

Gläser-TypDichtsystemHandhabungHaltbarkeit des GlasesBeste Eignung für…
WeckglasGlasdeckel + Gummi + KlammernBraucht etwas ÜbungExtrem hochKlassisches Einkochen (Wasserbad)
SchraubglasMetall-SchraubdeckelSehr einfachHoch (Deckel tauschen)Marmeladen, Gelees & Heißeinfüllen
BügelglasDrahtbügel + Gummi/SilikonSehr einfachSehr hochEingelegtes, Fermentiertes, Geschenke

Passende Rezepte:

Erdbeermarmelade

Eingelegte Essiggurken

Tomaten einkochen

3 Goldene Regeln für sauberes Einkochen

Egal für welches Glas du dich entscheidest – damit deine Köstlichkeiten monatelang halten und nicht schimmeln, solltest du diese Grundregeln beachten:

  1. Sterilität ist das A und O: Koche Gläser, Deckel und Gummiringe vor dem Befüllen kurz in sprudelndem Wasser ab oder sterilisiere die Gläser im Backrohr bei ca. 100 °C.
  2. Glaskanten sauber halten: Verwende beim Befüllen einen Marmeladentrichter. Kleckereien am Glasrand verhindern das saubere Verschließen und bieten Nährboden für Keime.
  3. Dichtigkeit prüfen: Teste nach dem Abkühlen bei Weckgläsern (ohne Klammer anheben!) und Schraubgläsern (Deckel darf nicht nachgeben), ob wirklich ein Vakuum entstanden ist.

❓ FAQ

Welche Einmachgläser eignen sich am besten zum Einkochen?

WECK-Gläser gelten als Klassiker und sind besonders für häufiges Einkochen geeignet. Sie bieten einen zuverlässigen Vakuumverschluss und sind in vielen Größen erhältlich.

Kann man Marmelade in Schraubgläser füllen?

Ja. Schraubgläser mit intaktem Twist-Off-Deckel eignen sich hervorragend für Marmeladen, Gelees und Chutneys.

Wie erkennt man beschädigte Einmachgläser?

Risse, Absplitterungen oder beschädigte Deckel können die Haltbarkeit beeinträchtigen. Solche Gläser sollten nicht mehr zum Einkochen verwendet werden.

Welche Glasgröße ist die beste?

Für Marmeladen sind 125 bis 250 ml ideal. Gemüse und Obst werden häufig in 500-ml-Gläsern eingekocht, Suppen und Eintöpfe eher in 750-ml- bis 1-Liter-Gläsern.

Kann man Einmachgläser mehrfach verwenden?

Ja. Die Gläser selbst können viele Jahre verwendet werden. Dichtungen und Twist-Off-Deckel sollten jedoch regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden.


Unser Fazit

Für Marmeladen-Tiger sind klassische Schraubgläser (Twist-Off) nach wie vor die unkomplizierteste Wahl. Wer Gemüseschätze aus dem Garten im Wasserbad einkochen möchte, greift am besten zu den langlebigen Weckgläsern. Und für kulinarische Geschenke aus der Küche oder Selbstgemachtes in Öl und Essig machen Bügelgläser optisch einfach am meisten her.

Welche Gläser nutzt du am liebsten für deine Vorräte? Ver verrate es uns in den Kommentaren!

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