Pilzgerichte richt aufwärmen.

Darf man Pilzgerichte aufwärmen? Der Mythos auf dem Prüfstand

Wer kennt ihn nicht, den alten Küchenmythos: „Pilze niemals wieder aufwärmen, das ist giftig!“ Aus Zeiten ohne Kühlschrank stammend, hält sich diese Regel bis heute hartnäckig. Doch stimmt das eigentlich noch?

Die kurze Antwort: Ja, du darfst Pilzgerichte bedenkenlos aufwärmen – vorausgesetzt, du beachtest ein paar grundlegende Hygiene- und Lagertipps.

Warum galt die Regel überhaupt? Pilze bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und wertvollen Eiweißen. Diese Proteine sind extrem empfindlich. Werden sie bei Raumtemperatur zu lange gelagert, zersetzen Bakterien und Enzyme das Eiweiß. Dabei entstehen Abbauprodukte wie Histamin oder Ptomaïne (sogenannte Leichengifte), die zu leichten bis schweren Magen-Darm-Beschwerden führen können.

Früher, als es noch keine modernen Kühlschränke gab, war das Wiederaufwärmen daher tatsächlich ein gesundheitliches Risiko.

Goldene Regeln für das sichere Pilze Aufwärmen

Damit deine Eierschwammerlsauce oder das Steinpilzrisotto auch am zweiten Tag noch ein Genuss ist, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Schnell abkühlen: Lass das fertige Pilzgericht nach dem Kochen nicht stundenlang auf dem Herd stehen. Kühle Reste rasch ab (z. B. im Wasserbad) und stelle sie zügig in den Kühlschrank.
  • Kühl lagern: Bei konstant maximal 4 °C im Kühlschrank aufbewahren.
  • Innerhalb von 24 Stunden verzehren: Aufgewärmte Pilzgerichte sollten nicht tagelang aufbewahrt werden.
  • Ausreichend erhitzen: Beim Wiederaufwärmen muss das Gericht durchgehend auf mindestens 70 °C erhitzt werden, um eventuelle Keime abzutöten. Ein kurzes Lauwarmmachen in der Mikrowelle reicht nicht aus.
  • Nur einmal aufwärmen: Reste, die bereits einmal wieder erwärmt wurden, gehören danach nicht mehr in den Kühlschrank, sondern entsorgt.

Pilzgerichte aufwärmen - gebratene Eierschwammerl in einer Bratpfanne.


FAQ

Darf man Pilzgerichte am nächsten Tag aufwärmen?

Ja. Wenn das Pilzgericht nach der Zubereitung schnell abgekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt wurde, kann es am nächsten Tag erneut erhitzt werden.

Wie oft darf man Pilze aufwärmen?

Das BfR empfiehlt, Pilzgerichte nach kurzer Kühlschranklagerung ein zweites Mal aufzuwärmen. Idealerweise erwärmt man jeweils nur die benötigte Portion.

Wie lange kann man Pilzgerichte im Kühlschrank aufbewahren?

Gekochte Speisereste sollten laut BfR grundsätzlich innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden.

Bei welcher Temperatur sollte man Pilzgerichte aufwärmen?

Das BfR empfiehlt beim Aufwärmen von Speisen mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen.

Kann man Pilzrisotto wieder aufwärmen?

Ja, auch Pilzrisotto kann wieder erwärmt werden. Es sollte nach dem Kochen schnell gekühlt und anschließend gut durchgewärmt werden.

Darf man Pilzsauce wieder aufwärmen?

Ja. Pilzsauce kann erneut erhitzt werden, wenn sie nach der Zubereitung richtig gekühlt und gelagert wurde.


Wann sollte man bei Pilzgerichte vorsichtig sein?

Riecht das Gericht säuerlich, hat sich die Konsistenz der Pilze verändert oder ist die Sauce flockig geworden? Dann gilt: Sicher ist sicher – ab damit in den Biomüll.

Fazit: Der Mythos ist widerlegt! Mit moderner Kühlung und gründlichem Erhitzen kannst du deine Lieblings-Pilzgerichte auch am nächsten Tag noch völlig sorgenfrei genießen.

2 thoughts on “Darf man Pilzgerichte aufwärmen? Der Mythos auf dem Prüfstand”

Leave a Comment

Newsletter

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an! Wir informieren dich über neue Kochrezepte und aktuelle News.

Copyright

© 2026 www.kochrezepte.at Alle Rechte vorbehalten